AMTLICH! Kein Schwimmbad mehr im Hahnenkleer Kurmittelhaus

Hahnenklee. Große Worte, kleine Resonanz: Für den heutigen Abend hatte Patrick Adam, erster Vorsitzender der Hahnenklee-Bockswiese Touristik e.V. zu 18.00 Uhr ins Luchsquartier Hahnenklee geladen. Man wolle, so die Einladung, „aktuelle Themen rund um die Entwicklung Hahnenklee-Bockswieses erörtern sowie konstruktiv Meinungen und Erfahrungen austauschen“. Die heutige Veranstaltung war für den Vereinsvorstand von besonderer Bedeutung. Schließlich handelt es sich um jenen Verein, der noch vor knapp einem Jahr kurz vor dem Aus stand, um sich anschließend in erstaunlicher Geschwindigkeit neu zu formieren. Ein Neuanfang, der offenbar vor allem intern stattfand – denn außerhalb des eigenen Zirkels wird der Verein bislang kaum wahrgenommen.

Die Realität vor Ort fiel auch sehr nüchtern aus.

Nur eine sehr überschaubare Zahl von Vereinsmitgliedern erschien. Die Hoteliers glänzten geschlossen durch Abwesenheit, aus der Gastronomie verirrte sich gerade einmal ein Vertreter aus Bockswiese in den Raum. So sieht also „gemeinsame Entwicklung“ im Jahr 2026 aus.

Mit Spannung erwartet wurde die längst überfällige Klarstellung zum Kurmittelhaus – jenem Gebäude, aus dessen Schwimmbad bereits 2008 das Wasser abgelassen wurde. Nun ist es offiziell: Ein Schwimmbad wird es dort nicht mehr geben. Punkt.

Die Geschäftsführerin der HTG Isabel Junior erklärte, man plane, das Kurmittelhaus künftig in Eigenregie zu betreiben – angeblich sogar unabhängig von der Stadt Goslar. Statt Wasser und Wellness soll jedoch ein Indoor-Spielparadies einziehen: Kletterelemente, Rutschen, im Keller womöglich Laserschießen, oben im kleinen Saal Airhockey und Tischfußball. Kurort? Gesundheitsstandort? Fehlanzeige. Hahnenklee erfindet sich offenbar als Spielhalle neu.

(Anmerkung der Redaktion: Ab dem Haushaltsjahr 2027 stehen durch den Wegfall bestehender Zuschüsse und Abschreibungen jährlich rund 308.000 Euro mehr zur Verfügung.)

Auch andere Projekte wurden angerissen: Der Sportartikelhersteller Adidas plane weiterhin eine Halle für Padel-Tennis – ausgerechnet auf dem ehemaligen Tennisplatz, der aktuell als Hundeplatz dient. Doch damit nicht genug: Die Halle soll sich zusätzlich über den früheren Minigolfplatz an der Lauthentaler Straße erstrecken.

Positiver fiel der Bericht der anwesenden Bocksbergmitarbeiter:innen aus. Dort wurde u.a. die neue Sommerrodelbahn „Drachenblitz“ als voller Erfolg gewertet – sie werde sehr gut angenommen. Gleiches gilt natürlich auch für die schon langjährige Bahn Bocksbergbob. Zwei anwesende Investoren aus dem Raum Hannover hörten aufmerksam zu. Ob sie mehr sahen als diverse leere Stühle im Publikum, bleibt offen.

Vielleicht folgen ja noch weitere Details – irgendwann – auf der Internetseite des Touristikvereins (https://www.hahnenklee-bockswiese-touristikverein.de). Diese sieht im Übrigen den Seiten des Campingplatzes Kreuzeck (https://www.natur-camping-am-see.de) erstaunlich ähnlich. Zufall? Kreative Inspiration? Oder einfach nur copy & paste auf touristischem Niveau?

Fest steht: Das Schwimmbad ist Geschichte. Und die große Vision für Hahnenklee bleibt weiter erstaunlich trocken.