Bewegende Lesung mit Dr. Frank Romanowski in Hahnenklee (MIT VIDEO)

Hahnenklee. Im stilvollen Ambiente des CAREA Hotel Harzhöhe erlebten die Besucher heute eine eindrucksvolle Lesung des Neurologen und Autors Dr. Frank Romanowski. Der 1965 in Osnabrück geborene und in Hannover lebende Mediziner, der in Barsinghausen praktiziert, präsentierte sein Buch „Komm wir spielen tot“ vor einem gebannt lauschenden Publikum.

Romanowski, der neben seiner ärztlichen Tätigkeit auch Romane, Sachbücher und medizinische Ratgeber verfasst und Mitglied einer Schreibwerkstatt in Hannover ist, verstand es, seine Zuhörer von der ersten Minute an mitzunehmen. Sein knapp 90-minütiges Programm erwies sich als kurzweilig, intensiv und emotional tiefgehend.

Im Zentrum seines Werkes steht eine ungewöhnliche, zugleich berührende Perspektive auf Verlust und Trauer. „Manches wird leichter, wenn man es nicht ernst nimmt“, lautet eine der Leitgedanken des Buches. Der Ich-Erzähler gerät in die Psychiatrie, weil er mit einem geliebten Verstorbenen spricht – und trifft dort auf Adele. Beide verbindet ein ähnliches Schicksal: Sie haben jemanden verloren, der dennoch nicht aus ihrem Leben verschwunden ist. Für sie kein Grund zur Therapie – vielmehr der Beginn einer gemeinsamen Flucht.

Was folgt, ist eine Reise zu Orten ihrer Vergangenheit, zu Erinnerungen, die mehr sind als bloße Rückblicke. Es ist eine Suche nach dem, „was bleibt“. Romanowski formuliert dies poetisch in einem zentralen Satz seines Werkes: „Ich baue dir ein Taj Mahal aus Worten.“

Das Publikum zeigte sich sichtlich bewegt und aufmerksam – viele Gäste „klebten förmlich an seinen Lippen“. Die Lesung wurde in einer angenehmen Atmosphäre durch eine Pause mit Kaffee, Kuchen und Kaltgetränken aufgelockert. Zudem hatten die Besucher die Möglichkeit, das Buch direkt vor Ort zu erwerben und sich persönlich signieren zu lassen.

Ein gelungener literarischer Nachmittag, der noch lange nachwirken dürfte.