Hahnenklee. Am Mittwoch, dem 12. August 2026, ist es zum nächsten Paukenschlag im Streit um die Zustände im Hahnenkleer Ferienpark gekommen: Mehrere Eigentümer von Haus 7 haben bei der Polizei Strafanzeige und Strafantrag (liegt unserer Redaktion vor) gegen die dort zuständige Verwaltung gestellt.
Für zahlreiche Betroffene ist dies ein Schritt, auf den sie nach eigenen Angaben schon lange gewartet haben. Im Mittelpunkt steht ein Vorwurf, der schwer wiegt: Flucht- und Rettungswege sollen nicht so nutzbar sein, wie es aus Sicht der Eigentümer erforderlich wäre.
Aus Fluchtturm wurde plötzlich „Bauturm“.
Besonders im Fokus steht der im Dezember 2025 kurzfristig errichtete Flucht- und Rettungsturm an Haus 7. Dieser wurde von der Verwaltung mit der Begründung „Gefahr im Verzug“ für rund 65.000 Euro/Jahr an Haus 7 errichtet. Dies ohne Beschluss der Eigentümer! Nach Darstellung der Eigentümer wird dieser inzwischen jedoch als Baustellenzu- bzw. abgang beziehungsweise „Bauturm“ genutzt.
Zusätzlich sollen sogenannte Dekontaminierungskabinen wieder Flurbereiche verstellen und damit den vorgesehenen Fluchtweg beeinträchtigen. Für die betroffenen Wohnungen 10 bis 17 auf den jeweiligen Etagen stellt sich damit eine entscheidende Frage:
Was passiert im Brandfall, wenn das Treppenhaus verraucht ist und der alternative Rettungsweg tatsächlich nicht frei nutzbar ist?
Genau diese Frage treibt die Eigentümer an.
Besonders brisant: Die Dekontaminierungskabinen sollen nach Angaben der Eigentümer wegen eines möglichen Asbestproblems derzeit keine tatsächliche Dekontaminierungsfunktion erfüllen. Bereits Ende 2025 hatte unsere Redaktion die Situation in einem Video dokumentiert.
Hier zum früheren Bericht mit Video: https://hahnenklee-aktuell.de/ferienpark-hahnenklee-haus-7-wenn-eine-strangsanierung-zum-raetsel-mit-showcharakter-wird-mit-video/
Damit steht der Vorwurf im Raum, dass eine Konstruktion, die möglicherweise der Sicherheit dienen sollte, gleichzeitig einen Fluchtweg beeinträchtigen könnte – während die dafür vorgesehenen Kabinen nach Darstellung der Eigentümer selbst nicht bestimmungsgemäß genutzt werden können.
Nachdem der angerufene Stadtbrandmeister gegenüber Eigentümern zunächst erklärte, dass er nicht zuständig sei, gab er sich doch im Haus ein Stelldichein, nachdem die Polizei die Situation dokumentiert hat.
Am 12. August 2026 eskalierte der Konflikt weiter. Die von Eigentümern hinzugezogene Polizei nahm den Vorgang vor Ort auf und dokumentierte die Situation nach Angaben der Beteiligten auch umfangreich fotografisch.
Welche rechtliche Bewertung sich daraus ergibt, ist nun Sache der zuständigen Behörden und letztlich der Staatsanwaltschaft.
Für die Eigentümer ist der Polizeieinsatz jedoch ein deutliches Signal: Die bisherige Auseinandersetzung ist längst nicht mehr nur ein interner Streit innerhalb einer Eigentümergemeinschaft.
„Das Vertrauen ist zerschnitten“
In Eigentümerkreisen ist inzwischen von einem massiv beschädigten Vertrauensverhältnis die Rede. Die wiederholten Auseinandersetzungen um Bauabläufe, Rettungswege und die Kommunikation mit den Eigentümern hätten das Vertrauen in die zuständige Verwaltung nachhaltig erschüttert.
Auch Aussagen beziehungsweise angekündigte Konsequenzen der zuständigen Bauleitung werden von mehreren Eigentümern kritisch gesehen. Nach deren Darstellung sei unter anderem damit gedroht worden, Arbeiten einzustellen oder zu verzögern, falls sich Eigentümer in die Abläufe einschalten. Auch der Ton, in welchem ein Mitarbeiter eines beauftragten Ing.-Büros gegenüber Eigentümern an den Tag legt, kann nur als unterirdisch bezeichnet werden, wurde unserer Redaktion berichtet.
Ob und in welchem Zusammenhang solche Aussagen tatsächlich gefallen sind, wird gegebenenfalls ebenfalls zu klären sein.
Fest steht: Die Eigentümer lassen sich offenbar nicht mehr mit bloßen Ankündigungen abspeisen.
Wird das gesamte Konstrukt zum Bumerang?
Bei einigen Eigentümern entsteht inzwischen der Eindruck, dass die bisherige Vorgehensweise der Verwaltung und der beteiligten Verantwortlichen zunehmend zum Problem werden könnte.
Dabei geht es auch um die Frage, ob bestimmte bauliche Maßnahmen und deren Abwicklung tatsächlich ausschließlich sicherheits- und sachorientiert erfolgt sind. Spekulationen über finanzielle Motive stehen im Raum, sind bislang jedoch nicht bewiesen.
Gerade deshalb dürfte die nun erfolgte Einschaltung der Strafverfolgungsbehörden von besonderer Bedeutung sein. Sie kann – sofern die zuständigen Stellen dies für erforderlich halten – klären, ob tatsächlich Pflichtverletzungen oder andere rechtlich relevante Vorgänge vorliegen.
Eigentümer: „Die Schlinge wird enger“
Aus mehreren Eigentümerinitiativen ist sinngemäß zu hören, dass die Verantwortlichen nun zunehmend unter Erklärungsdruck geraten.
Die Botschaft einiger Betroffener ist deutlich:
Das Vertrauen ist weg. Das Band zwischen Eigentümern und Verwaltung gilt für viele als zerschnitten.
Die Strafanzeige(n) vom 12. August 2026 könnten deshalb weit mehr sein als nur ein weiterer Streitpunkt im ohnehin seit Monaten aufgeheizten Konflikt. Sie markieren möglicherweise den Beginn einer juristischen Aufarbeitung der Vorgänge rund um Haus 7.
Nun bleibt abzuwarten, wie Polizei und Staatsanwaltschaft den Vorgang bewerten und ob weitere Ermittlungen folgen.
Und was ist mit dem „Vier Jahreszeiten“?
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt der Hinweis, dass dieselbe Verwaltung nach Angaben aus dem Umfeld der Eigentümer auch im ehemaligen Hotel „Vier Jahreszeiten“ in Hahnenklee tätig sein soll.
Auch dort stellt sich für Betroffene und Beobachter die Frage, welche finanziellen und organisatorischen Interessen mit der Tätigkeit der Verwaltung verbunden sind.
Ob und in welcher Höhe dort Einnahmen oder Vergütungen anfallen und auf welcher vertraglichen Grundlage dies geschieht, sollte transparent nachvollziehbar sein.
Sollten sich aus den Vorgängen rund um Haus 7 weitere Fragen ergeben, dürfte deshalb nicht nur der Ferienpark selbst, sondern möglicherweise auch die Tätigkeit der Verwaltung an anderen Objekten in Hahnenklee genauer in den Blick geraten.
Ein Streit, der längst nicht mehr unter den Teppich passt
Haus 7 ist damit erneut zum Brennpunkt geworden. Verschlossene beziehungsweise beeinträchtigte Fluchtwege, umstrittene Baustellenlösungen, nicht nutzbare Dekontaminierungskabinen und nun eine polizeiliche Dokumentation samt Strafanzeigen:
Für die Eigentümer ist die Geduld offenbar am Ende.
Jetzt sind die zuständigen Stellen am Zug.
Denn bei einem Thema wie Fluchtwegen geht es letztlich nicht um Befindlichkeiten, Zuständigkeiten oder Machtfragen.
Es geht um Sicherheit. Und genau deshalb müssen die offenen Fragen endlich eindeutig beantwortet werden.
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Die Illustration und Musik wurde mittels künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.




