Aufgrund der Vorkommnisse der vergangenen Woche in einer privaten facebook-Gruppe möchten wir uns als Redaktion von Hahnenklee-aktuell ebenfalls zu Wort melden.
Zunächst einmal: Selbstverständlich steht es jedem Betreiber einer privaten Facebook-Seite frei zu entscheiden, welche Inhalte veröffentlicht oder eben nicht veröffentlicht werden. Genauso trägt der Betreiber Verantwortung für die dort veröffentlichten Kommentare und muss darauf achten, dass Recht und Gesetz eingehalten werden. Das ist unbestritten.
Dennoch wirft die nun eingeschlagene Linie einige grundsätzliche Fragen auf.
Hahnenklee-aktuell berichtet seit Ende 2024 über das Geschehen in Hahnenklee – über Veranstaltungen, engagierte Menschen, touristische Angebote, aber eben auch über Themen, die unbequem sind. Denn genau das ist die Aufgabe unabhängiger Berichterstattung. Presse ist keine Imagebroschüre und kein Tourismusprospekt. Ihre Aufgabe ist es, zu informieren – auch dann, wenn Tatsachen nicht jedem gefallen.
Wir haben Verständnis dafür, dass sich Hahnenklee-Bockswiese in einem Veränderungsprozess befindet und manche Entwicklungen kontrovers diskutiert werden. Doch gerade dann braucht es einen offenen Austausch. Wer kritische Berichterstattung pauschal als „Stimmungsmache“ oder gar als „journalistisch fragwürdig“ abqualifiziert, greift nicht nur einzelne Beiträge an, sondern stellt den Wert unabhängiger Berichterstattung grundsätzlich infrage.
Mit Erschrecken stellen wir fest, wie in einem kleinen, eigentlich so idyllischen Ort mit kritischer Presse umgegangen wird. Es entsteht der Eindruck, dass man sich zwar über positive Berichterstattung freut, Kritik jedoch möglichst unsichtbar machen möchte.
Ebenso bemerkenswert ist, wie manche Verantwortungsträger oder Personen in öffentlichen Funktionen mit Kritik umgehen. Statt unbequeme Berichterstattung zum Anlass zu nehmen, das eigene Handeln kritisch zu hinterfragen, wird häufig der Überbringer der Nachricht zum Problem erklärt. Nicht die angesprochenen Missstände stehen dann im Mittelpunkt, sondern diejenigen, die darüber berichten.
Wer ein Amt oder eine verantwortungsvolle Position übernimmt, übernimmt damit auch die Verantwortung, sich kritischen Fragen zu stellen. Führung zeigt sich nicht darin, kritische Stimmen mundtot machen oder diffamieren zu wollen, sondern darin, Kritik auszuhalten, Fehler einzugestehen und daraus Konsequenzen zu ziehen. Gerade dort, wo Verantwortung übernommen wird, sollte Transparenz wichtiger sein als die Pflege des eigenen Images.
Früher genügte es vielleicht, einer Zeitung mitzuteilen, welche Geschichte veröffentlicht werden sollte. Heute recherchieren unabhängige Medien eigenständig, greifen Hinweise aus der Bevölkerung auf, stellen Fragen und berichten auch über Missstände. Genau das zeichnet freien Journalismus aus.
Wer ausschließlich positive Nachrichten zulässt, betreibt Öffentlichkeitsarbeit – nicht Pressefreiheit.
Kritische Berichterstattung schadet einem Ort nicht. Schaden entsteht vielmehr dann, wenn Probleme verschwiegen, Diskussionen unterdrückt oder kritische Stimmen ausgegrenzt werden. Transparenz schafft Vertrauen. Wegsehen schafft Misstrauen.
Selbstverständlich respektieren wir die Entscheidung des Seitenbetreibers, seine Plattform nach eigenen Vorstellungen zu moderieren. Genauso erwarten wir aber Respekt für unabhängige Medien und deren Arbeit. Meinungs- und Pressefreiheit leben vom Austausch unterschiedlicher Auffassungen – nicht davon, dass nur noch das veröffentlicht wird, was in ein gewünschtes Bild passt.
Ein Ort gewinnt nicht an Attraktivität, indem Kritik ausgeblendet wird. Er gewinnt an Glaubwürdigkeit, wenn er sich ihr stellt.
Hahnenklee-aktuell wird deshalb auch künftig unabhängig, kritisch und selbstverständlich ebenso über die vielen positiven Seiten unseres Ortes berichten. Wo es erforderlich ist, werden wir Missstände aufgreifen, Hintergründe recherchieren und kritisch nachfragen – unabhängig davon, ob das jedem gefällt.
In den vergangenen Tagen haben uns zahlreiche E-Mails von Leserinnen und Lesern erreicht. Viele haben erst jetzt erfahren, dass Hahnenklee-aktuell vollständig kostenlos betrieben wird und sämtliche Kosten bislang privat getragen werden.
Server, Softwarelizenzen sowie Foto-, Video-, Drohnentechnik und noch einiges mehr, finanzieren sich jedoch nicht von selbst. Mehrfach wurden wir daher schon gefragt, ob man unsere Arbeit finanziell unterstützen könne.
Aus diesem Grund haben wir nun ein PayPal-Konto eingerichtet. Wenn Sie unsere unabhängige Berichterstattung unterstützen möchten, freuen wir uns über jeden freiwilligen Beitrag. Selbstverständlich wird Ihr Name nicht bekannt gegeben.
Senden Sie gerne Ihre Zuwendung via paypal an: info@hahnenklee-aktuell.de
Da Hahnenklee-aktuell keine gemeinnützige Organisation ist, handelt es sich ausdrücklich *nicht* um steuerlich absetzbare Spenden. Eine Zuwendungsbestätigung können wir daher nicht ausstellen.
Wir sichern Ihnen jedoch zu, dass sämtliche Unterstützungsbeiträge ausschließlich in den Betrieb und den weiteren Ausbau von Hahnenklee-aktuell investiert werden – damit auch künftig unabhängig, kritisch und ohne Rücksicht auf wirtschaftliche oder politische Interessen über Hahnenklee-Bockswiese und die Region berichtet werden kann.





