Hahnenklee. Beim Touristik-Verein Hahnenklee-Bockswiese verdichten sich die Anzeichen für eine schwierige Entwicklung. Nach Informationen aus dem Vereinsumfeld haben in jüngerer Zeit rund 35 Mitglieder ihren Austritt erklärt. Gleichzeitig fanden sich zur jüngsten Mitgliederversammlung lediglich zwölf (von 93) Teilnehmer:innen ein – eine Zahl, die Fragen nach Rückhalt und Mobilisierungskraft des Vereins aufwirft.
Im Zentrum der Kritik steht weiterhin die im vergangenen Jahr beschlossene deutliche Erhöhung der Mitgliedsbeiträge von zuvor 30 Euro auf einen Rahmen zwischen 80 und 240 Euro. Bereits im Vorfeld war intern über mögliche Austritte spekuliert worden. Beobachter sehen in der aktuellen Entwicklung eine Bestätigung dieser Befürchtungen. Dass demgegenüber lediglich sieben neue Mitglieder gewonnen werden konnten, dürfte die Diskussion zusätzlich befeuern.
Auch die Außenwirkung des Vereins steht zur Debatte. Kritische Stimmen äußern die Einschätzung, dass die Kombination aus deutlich höheren Beiträgen und geringer Beteiligung an Versammlungen auf potenzielle Interessierte eher abschreckend wirken könnte. Ob der Verein damit langfristig an Attraktivität verliert, wird sich erst noch zeigen – entsprechende Sorgen werden jedoch bereits offen geäußert.
Für zusätzliche Irritationen sorgte nach Angaben von Teilnehmern der Umgang mit der Öffentlichkeit während der Versammlung. Demnach waren Gäste diesmal nicht zugelassen, was mit anstehenden Satzungsänderungen begründet worden sein soll. Gleichzeitig war offenbar eine Medienvertreterin anwesend. Dieses Vorgehen wurde von einzelnen Mitgliedern als widersprüchlich wahrgenommen und hat Diskussionen über Transparenz und Gleichbehandlung im Nachgang ausgelöst.
Besonders sensibel ist die Frage nach der Durchführung von Abstimmungen (Vereinssatzung §7 Abs. 7). Nach Schilderungen aus dem Teilnehmerkreis sollen dabei auch Vollmachten in einem Umfang genutzt worden sein, der über die in der Satzung vorgesehene Grenze hinausgeht. Die entsprechende Regelung sieht vor, dass jedes Mitglied eine Stimme hat und höchstens eine weitere Stimme per Vollmacht vertreten darf. Hier soll ein Mitglied mit 3 ein weiteres mit 4 Stimmen hantiert haben so dass die gefassten Beschlüsse zumindest rechtlich angreifbar sind. “Die Vollmacht ist”, so der Satzungstext weiter “…dem Vorsitzenden bis zum Beginn der Versammlung vorzulegen.” Ist dies nicht geschehen oder kennt der Vorsitzende die Satzung bestenfalls „bedingt“?
Auch die Wahl eines Mitglieds in den Aufsichtsrat ist damit ungültig. Mindestens ein Vereinsmitglied hat bereits Beschwerde (Das Schreiben liegt unserer Redaktion vor) eingereicht.
In diesem Zusammenhang wird vereinzelt auch die Tragfähigkeit einzelner Entscheidungen hinterfragt. Eine verbindliche rechtliche Bewertung steht zwar aus, dennoch ist das Thema innerhalb des Vereins offenbar bereits Gegenstand von Diskussionen.
Der Verein selbst verweist auf mögliche zusätzliche Einnahmen durch die Beitragserhöhung. Kritiker halten dem entgegen, dass sinkende Mitgliederzahlen mittelfristig auch weniger Engagement und eine schwächere Verankerung vor Ort bedeuten könnten.
Unterm Strich entsteht ein zunehmend kritisches Gesamtbild: deutliche Beitragserhöhungen, spürbare Mitgliederverluste, geringe Beteiligung an zentralen Versammlungen und offene Fragen bei Abläufen und Transparenz. Ob es dem Touristik-Verein Hahnenklee-Bockswiese gelingt, dieses Vertrauen wieder zu stärken, dürfte entscheidend für seine weitere Entwicklung sein.
Zunächst einmal steht zeitnah erneut die Jahreshauptversammlung wieder an.
Für den aktuellen Vorstand sicherlich kein angenehmer Weg.




